Lebendig und kompetent diskutiert das Sachbuchtrio einmal pro Quartal im
Deutschlandfunk - immer am Sonntag um 16 Uhr 30 in der Sendung "Wissenschaft im
Brennpunkt - Auslese". Dagmar Röhrlich, Ralf Krauter und Michael Lange stellen
Wissensbücher auf den Prüfstand.
Außerdem gibt es bei DeutschlandRadio Kultur im Radio-Feuilleton immer wieder die Gelegenheit,
gute Sachbücher vorzustellen.

Humboldt lebt!

Wer Alexander von Humboldt für einen verstaubten Säulenheiligen vergangener Zeit hält, wird mit dem Buch „Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur“ auf das Angenehmste eines Besseren belehrt. Andrea Wulf präsentiert den Universaltgelehrten in neuem Glanz. Auf unterhaltsame Weise lässt sie das Humboldtsche Gefühl für die Ganzheit der Welt wiederauferstehen.

Rezension in der Auslese im Deutschlandfunk


Buchcover Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur | Foto: C. Bertelsmann

Relativ genial

Allein gegen die Schwerkraft | Foto: HANSER Verlag

Thomas de Padova beschreibt in "Allein gegen die Schwerkraft" eindrucksvoll die Stimmung in Einsteins Berliner Zeit. Der Physiker wird beim Lesen lebendig – mit all seiner Genialität und Freiheitsliebe, aber auch mit seinen Eigenheiten und Launen. Während die Welt um ihn herum aus den Fugen geriet, revolutionierte Albert Einstein 1915 mit seiner Allgemeinen Relativitätstheorie die Physik. Dabei fühlte sich das heute bewunderte Jahrhundertgenie privat wie politisch unverstanden. Inmitten der Berliner Kriegsbegeisterung entwickelte er sich zur moralischen Instanz, aber auch zum Einzelgänger.  

Rezension in DeutschlandRadio Kultur

Oliver Sacks blickt zurück

Nur wenige Autoren können menschliche Schicksale und aktuelle Fragen der Wissenschaft so einfühlsam, nachdenklich und unterhaltsam präsentieren wie der aus England stammende Neurologe Oliver Sacks. In seiner Autobiografie "On the Move – Mein Leben" lernen seine Leser einen neuen Oliver Sacks kennen. Er liebt einsame Fahrten mit dem Motorrad durch die Landschaft Kaliforniens, stemmt Gewichte am Muscle Beach in Los Angeles, macht Erfahrungen mit Drogen und findet erst im Alter einen Partner für's Leben.

Auslese im Deutschlandfunk: Innenansichten eines Außenseiters


Oliver Sacks: On the Move | Foto: Rowohlt Verlag

Wake up !

Peter Spork: Wake up! Aufbruch in eine ausgeschlafene Gesellschaft | Foto: HANSER Verlag

Immer mehr Menschen gönnen ihrem Gehirn nicht die nötige Zeit zum Schlafen. Wer viel schläft gilt als faul, und der Schlaf hat einen schlechten Ruf. Vielen Berufstätigen und den meisten Jugendlichen fehlt täglich bis zu eine Stunde Schlaf. Das schädigt die Gesundheit, stört das Gedächtnis und vermindert die Konzentrationsfähigkeit.
Über das neue Buch von Peter Spork diskutiert das Auslese-Sachbuchtrio auf der Buchmesse in Frankfurt.

Rezension von Wake up! im Deutschlandfunk
Video der Auslese vom 12.10.2014

Die Neandertaler und wir

Der Paläogenetiker Svante Pääbo will wissen, was die Menschen von heute genetisch mit ihren ausgestorbenen Vettern, den Neandertalern, verbindet. In seinem Buch verknüpft er gekonnt seine eigene Lebensgeschichte mit einer Darstellung seiner Wissenschaft von den schwierigen Anfängen bis heute. Auch wenn die wissenschaftliche Begeisterung gelegentlich mit dem Autor durchgeht, ist das Buch weitgehend für Laien geeignet. Denn es liefert unerwartete, spannende Einblicke in das Leben eines bekannten Wissenschaftlers.

Rezension in der Sendung Auslese im Deutschlandfunk


Die Neandertaler und wir | Foto: S. FISCHER Verlag

Leibniz, Newton und die Erfindung der Zeit

Leibniz, Newton und die Erfindung der Zeit | Foto: Piper Verlag

Ein wunderbares Buch, das den Leser in eine andere Zeit versetzt und interessante Einblicke in die Anfänge der Wissenschaft liefert. Wie schon in "Das Weltgeheimnis" macht Thomas de Padova Ikonen der Wissenschaft zu lebendigen Menschen: Diesmal den Vielschreiber und Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz und den genialen Starrkopf und Begründer einer neuen Physik Isaac Newton. Außerdem beschreibt er leicht verständlich und mitreißend die Entwicklung der Zeitmessung im 17. Jahrhundert.

Forschung aktuell Auslese im Deutschlandfunk

Biohacking - Gentechnik aus der Garage

Um Molekularbiologie oder Gentechnik zu betreiben, muss man kein Wissenschaftler sein. Jeder kann zum "Do it yourself-Biologen" werden und in der heimischen Küche Gene isolieren oder Bakterien züchten. "Biohacking" heißt ein neuer Trend aus den USA, dem die Journalisten Hanno Charisius, Sascha Karberg und Richard Friebe in ihrem Sachbuch auf den Grund gehen. Lebendig und leicht verständlich beleuchten sie die verschiedenen Seiten des Phänomens "Biohacking".

Rezensionen von Michael Lange für Leonardo, WDR 5


Biohacking | Foto: Verlag Carl Hanser

Der König aller Krankheiten

Siddhartha Mukherjee: Der König aller Krankheiten | Foto: Dumont-Verlag

Das Buch des Mediziners Siddhartha Mukherjee ist für mich das beste Wissensbuch des Jahres 2012. Nie zuvor wurde so kenntnisreich und zugleich emotional über das Thema Krebs geschrieben. Fehlentwicklungen der Krebsforschung und das unnötige Leiden vieler Patienten legt Mukherjee schonungslos offen. Dabei sieht er die Geschichte der Krebsforschung keinesfalls als Reihe von Rückschlägen. Für ihn ist jeder Tag im Leben mit Krebs keine Niederlage des Arztes, sondern ein Sieg des Patienten.

Rezensionen von Michael Lange in "Bild der Wissenschaft" und "Deutschlandfunk"

Physik mit Wiener Schmäh

Wer es witzig, chaotisch, schwarz und manchmal böse mag, immer aber streng naturwissenschaftlich, ist bei den Science Busters genau richtig. In ihrem neuen Buch wenden sich die drei Herren aus Wien der Tierwelt zu. Hinter einem samtig weichen, rosa Umschlag verbergen sich viel Polemik, allerlei Wortspielereien, schräge Kalauer und physikalische Wahrheiten. Der geneigte Leser schwankt permanent zwischen Lachen, Lernen und Kopfschütteln.

Buchkritik: Michael Lange

Weitere lesenswerte Physikbücher in der Auslese im Deutschlandfunk


Martin Puntigam, Werner Gruber und Heinz Oberhummer: Gedankenlesen durch Schneckenstreicheln | Foto: Hanser-Verlag
Auslese: Science und Fiction

Bernhard Kegel: Ein tiefer Fall | Foto: Mare-Verlag

Bestseller-Autoren machen keinen Hehl daraus, dass eine Prise Wissenschaft Teil ihres Erfolgsrezeptes ist. Aktuelle Forschungsergebnisse liefern oft den Aufhänger für packende Thriller, die Millionen Leser in ihren Bann ziehen. Doch wie viel Wissenschaft verträgt ein gelungener Roman? Und wie korrekt und detailreich können Fakten aus der Forschung dargestellt werden, ohne Leser zu vergraulen? Besonders lesenswert: "Ein tiefer Fall" von Bernhard Kegel.

Marc Elsberg: Blackout. Morgen ist es zu spät
Ethan Bayce: Mount Maroon
Bernhard Kegel: Ein tiefer Fall

Mein wundervolles Genom

Das Zeitalter der persönlichen Genanalyse hat begonnen. Das eigene Risiko für Brustkrebs, Herzkrankheiten, Diabetes und sogar Depressionen oder Schizophrenie lässt sich heute durch einen Gentest bestimmen. Die Gene enthüllen angeblich sogar, wer wir sind, welche Vorlieben wir haben, welche Probleme uns quälen und wer am besten zu uns passt. Die dänische Wissenschaftsjournalistin Lone Frank macht sich selbst zum Versuchskaninchen. Sie will die Möglichkeiten und Grenzen der modernen Gendiagnostik kennen lernen. Dazu bestellt sie kommerzielle Gentests, trifft bekannte Genforscher, Mediziner und Psychologen, und sie nimmt als Freiwillige an Forschungsprojekten zur Verhaltensgenetik teil.

Buchkritik: Michael Lange


Lone Frank: Mein wundervolles Genom | Foto: Hanser-Verlag
Michael Lange - Wissenschaftsjournalist
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